Sprachförderung ist wirtschaftliche Infrastruktur – unser Appell an Bundesinnenminister Dobrindt

6.März

Vor einigen Wochen haben wir gemeinsam mit knapp 500 Unternehmerinnen und Unternehmern, der Charta der Vielfalt, dem DVWE – Deutschen Verband der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften und Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen einen offenen Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gerichtet. Der Anlass: die Aussetzung des freiwilligen Zugangs zu Integrationskursen nach §44 Abs. 4 AufenthG – eine Entscheidung, die uns als Wirtschaftsakteure unmittelbar betrifft.

Unsere Botschaft ist klar: Sprachförderung ist keine Sozialleistung. Sie ist wirtschaftliche Infrastruktur – vergleichbar mit beruflicher Bildung oder digitaler Anbindung. Wer Arbeitsmarktintegration politisch einfordert, muss die sprachlichen Voraussetzungen dafür sichern. Das eine kann ohne das andere nicht funktionieren.

Was uns antreibt

Die Unternehmen hinter diesem Appell kommen aus Logistik, Pflege, Handel, Handwerk, Technologie und vielen weiteren Branchen. Sie alle erleben täglich, was fehlende Sprachkompetenz konkret bedeutet: verlängerte Einarbeitungszeiten, höhere Fluktuation, ungenutztes Potenzial. Gleichzeitig wissen sie aus Erfahrung, was möglich ist, wenn Sprachförderung, Arbeitsmarktzugang und betriebliche Integration ineinandergreifen.

76 Prozent der männlichen Schutzsuchenden, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, sind heute erwerbstätig. Dieser Fortschritt ist kein Zufall – er ist das Ergebnis einer Infrastruktur – einer der besten Sprachinförderungen in Europa -, die jetzt geschwächt wird.

Was wir fordern

In unserem Appell haben wir Bundesinnenminister Dobrindt aufgefordert, den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen wieder vollständig zu öffnen, Sprachförderung als wirtschaftliche Zukunftsinfrastruktur anzuerkennen, auf technologische Lösungen zu setzen, wo Effizienz gesteigert werden kann, und die Finanzierung des Gesamtprogramms Sprache dauerhaft und verlässlich zu sichern.

Wer hinter dem Appell steht

Neben Vielfalt ist Zukunft und einzelnen Unternehmer:innen tragen den Appell die Charta der Vielfalt mit über 6.500 Mitgliedsorganisationen, der DVWE mit 160 vernetzten Wirtschaftsförderungen bundesweit sowie Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen mit über 170 Unternehmen aus dem Freistaat. Strategisch begleitet wird die Kampagne von Brand New Bundestag (BNB), mit denen wir die zivilgesellschaftliche Reichweite und parlamentarische Anschlussfähigkeit unseres Anliegens weiter ausbauen.

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